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Weidenrinde

Weidenrinde

Salix alba

Weidenrinde ist die getrocknete Rinde der Weide und wird in der Naturheilkunde und Schulmedizin gleichermaßen eingesetzt. 

Die Weide ist ein Baum oder Strauch aus der Familie der Weidengewächse und wächst hauptsächlich in feuchten Gebieten und entlang von Flussufern in Europa, Nordamerika und Asien.

Wahrscheinlich seit Jahrtausenden ist die Weidenrinde für ihre Wirkung gegen Fieber, Rheuma, Gicht und allgemeine Schmerzen bekannt. 1897 wurde allerdings nach dem Vorbild des natürlichen Heilmittels ein künstlicher Stoff entwickelt, der dem Salicin aus der Heilpflanze sehr ähnelte. Dieser Stoff heisst Acetylsalicylsäure und wird bis heute für Medikamente, wie Aspirin, gebraucht. Durch die Vermarktung von Aspirin, das einfacher hergestellt werden konnte und schneller wirkte, ging die Nachfrage nach Weidenrinde immer mehr zurück.

Die Weidenrinde enthält eine Vielzahl von Wirkstoffen, darunter Salicin, Salicortin und verschiedene Flavonoide. Diese Inhaltsstoffe haben entzündungshemmende, schmerzlindernde und fiebersenkende Eigenschaften. Salicin wird im Körper in Salicylsäure umgewandelt, die ähnlich wie Acetylsalicylsäure (Aspirin) wirkt.

Weidenrinde enthält hohe Konzentrationen Salicylate, Flavonoide, Gerbstoffe. Salicylate sind stark schmerz- und fiebersenkende Stoffe, welche der Ursprung der Acetylsalicylsäure, besser bekannt als Aspirin, ist. Im Vergleich zu synthetisch hergestelltem Aspirin sind bei der Einnahme von Weidenrinde oder anderen Gewächsen mit hohem Salicylatgehalt keine schwerwiegenden Nebenwirkungen wie Blutgerinnungsstörungen, Schleimhautreizungen oder Magenbluten bekannt. Allerdings muss der Wirkstoff erst vom Organismus aufgebrochen und verstoffwechselt werden, so dass etwa vier Stunden bis zum Wirkungseintritt vergehen können. Dann ist es aber wirksam bei Fieber, Entzündungen, Erkältungen, Kopf-, Zahn- und Gelenkschmerzen. Nicht anwenden bei Überempfindlichkeit auf Salicylate.

Flavonoide und Gerbstoffe in der Weidenrinde wirken antioxidativ, antimikrobiell, entzündungshemmend und schützen vor Zellmutationen. 

Die Weide ist in der Menschheitsgeschichte ein stark symbolbeladener Baum. Seit alters her werden zahlreiche Ängste auf sie projiziert und sie wird mit negativen Themen wie Tod, Hexen, Strafgericht etc. in Verbindung gebracht. Neben all den unheilbringenden Aspekten wurde mit der Weide aber auch die Lebenserneuerung verbunden. Geschnittene Weidenzweige können im Frühjahr in die Erde gesteckt werden und es entstehen frische Triebe und starke Pflanzen daraus.

 

Die Heilwirkungen der Weidenrinde werden vor allem bei der Behandlung von Schmerzen, Entzündungen und Fieber genutzt. Aufgrund ihrer entzündungshemmenden Eigenschaften kann sie bei rheumatischen Erkrankungen wie Arthritis und Fibromyalgie sowie bei akuten Schmerzen wie Kopfschmerzen, Zahnschmerzen und Menstruationsschmerzen eingesetzt werden.

Im Allgemeinen wird empfohlen, Weidenrinde in einer Dosis von 60 bis 240 mg Salicin pro Tag einzunehmen. Diese Dosis kann in 2-3 Dosen aufgeteilt werden. Es ist jedoch wichtig, die empfohlene Dosierung nicht zu überschreiten, da dies zu unerwünschten Nebenwirkungen führen kann.

In der Regel enthält Weidenrinde etwa 1-15% Salicin. Um beispielsweise 60 mg Salicin aus Weidenrinde zu erhalten, müssten Sie etwa 400-600 mg getrocknete Weidenrinde einnehmen (bei einer Konzentration von 1-2%). Für eine Dosis von 240 mg Salicin wären etwa 1,6-2,4 Gramm getrocknete Weidenrinde erforderlich (bei einer Konzentration von 1-2%). Die Aufnahme geschieht effektiv und einfach durch die Zubereitung von Tee mit getrockneter Weidenrinde.


Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Wenn Sie Beschwerden verspüren, wenden Sie sich bitte an eine medizinische Fachperson. Bei Fragen oder Anregungen sind wir gern für Sie da:


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