Selen
Was ist Selen?
Der Name "Selen" leitet sich von dem griechischen Wort "selene" ab, was "Mond" bedeutet (zu dieser Zeit war es in der Chemie en vogue, neu entdeckten chemischen Elementen Namen von Himmelskörpern zu geben). Es ist ein chemisches Element mit dem Symbol "Se" und der Ordnungszahl 34 im Periodensystem und kann in verschiedenen Oxidationsstufen vorkommen, von -2 bis +6. Die häufigste und biologisch aktivste Form ist das Selenit (IV), welches die Oxidationsstufe +4 aufweist. Diese Form wird von Organismen leichter aufgenommen und genutzt.
Historisch betrachtet gab es schon früh Anzeichen dafür, dass Selen eine wichtige Rolle im menschlichen Körper spielt. Im antiken China nutzte man Selen-haltige Erze zur Herstellung von schwarzen Farbstoffen und als Medizin. Im 19. Jahrhundert glaubte man fälschlicherweise, dass Selen giftig sei und als "Arsen des Nordens" bezeichnet werden könne. Diese Auffassung wurde jedoch später widerlegt, und man erkannte die essenzielle Bedeutung von Selen für die Gesundheit des Menschen.
In der Natur kommt Selen in verschiedenen Formen vor. In der Erdkruste ist Selen eher selten und existiert meist in Form von Seleniden, Selenaten oder Seleniten. Pflanzen nehmen Selen aus dem Boden auf und reichern es in ihren Geweben an. Tierische Produkte enthalten Selen, da Tiere das Element über ihre pflanzliche Nahrung aufnehmen und in ihren Organismus einbauen.
Selen kommt in vielen Regionen der Welt vor, ist aber nicht gleichmässig verteilt. Besonders selenreiche Böden findet man beispielsweise in den nordamerikanischen Great Plains, in der Volksrepublik China und in Teilen Südamerikas. Hier können auch Pflanzen vermehrt Selen aufnehmen. Die Konzentration von Selen in Nahrungsmitteln hängt stark von der geologischen Beschaffenheit des Bodens ab.
Natürliche Quellen von Selen
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Paranüsse: Paranüsse sind die reichste Quelle für Selen. Bereits eine einzige Paranuss kann den Tagesbedarf eines Erwachsenen decken. Sie enthalten etwa 540-600 µg Selen pro 100 g.
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Fisch und Meeresfrüchte: Besonders Thunfisch, Kabeljau und Garnelen sind gute Selenlieferanten und enthalten etwa 40-90 µg Selen pro 100 g.
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Eier: Eier sind eine ausgezeichnete Quelle für Selen und enthalten etwa 25-35 µg Selen pro 100 g.
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Fleisch: Rindfleisch, Hühnchen und Schweinefleisch enthalten etwa 20-40 µg Selen pro 100 g.
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Pilze: Pilze, wie Champignons oder Shiitake, können je nach Art etwa 10-30 µg Selen pro 100 g enthalten.
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Getreide: Haferflocken und Weizenkeime können zwischen 15-30 µg Selen pro 100 g liefern.
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Spinat: Spinat ist eine gute Gemüsequelle für Selen und enthält etwa 8-15 µg Selen pro 100 g.
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Hülsenfrüchte: Linsen und Bohnen enthalten etwa 10-15 µg Selen pro 100 g.
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Milchprodukte: Milch und Joghurt enthalten etwa 5-10 µg Selen pro 100 g.
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Brokkoli: Brokkoli ist ein weiteres Gemüse, das einen Beitrag zu den Selenwerten leistet und enthält etwa 3-4 µg Selen pro 100 g.
Die Bioverfügbarkeit von Selen kann von der chemischen Form abhängen. Organisch gebundenes Selen (z. B. in pflanzlichen Quellen) wird oft besser absorbiert als anorganisches Selen (z. B. in Mineralselen). Die Kombination von Selen mit anderen Nährstoffen, wie Vitamin C oder E, kann die Aufnahme ebenfalls verbessern.
Wirkung von Selen auf den menschlichen Organismus
Selen erfüllt im menschlichen Körper zahlreiche wichtige Funktionen:
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Antioxidative Wirkung: Als Bestandteil von Selenoproteinen, wie Glutathionperoxidase, schützt Selen die Zellen vor oxidativem Stress und Schäden durch freie Radikale.
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Schilddrüsenfunktion: Selen ist entscheidend für die Produktion und den Stoffwechsel von Schilddrüsenhormonen, die den Energiehaushalt und den Stoffwechsel im Körper regulieren.
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Immunsystem: Selen unterstützt das Immunsystem, indem es die Bildung und Funktion bestimmter Immunzellen fördert.
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Reproduktive Gesundheit: Selen ist wichtig für die Fortpflanzungsfähigkeit und die Entwicklung des Embryos während der Schwangerschaft.
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DNA-Synthese und Reparatur: Selen ist an der DNA-Synthese und Reparatur beteiligt und spielt somit eine Rolle bei der Erhaltung der genetischen Integrität.
Der Bedarf an Selen kann je nach Alter, Geschlecht und Lebensstil variieren. In der Regel beträgt der tägliche Selenbedarf für Erwachsene etwa 55-70 µg. Schwangere und stillende Frauen haben einen leicht erhöhten Bedarf von etwa 60-75 µg pro Tag. Kinder und Jugendliche benötigen weniger Selen, da ihr Körper kleiner ist und sich noch im Wachstum befindet (etwa 20-50 µg pro Tag).
Ein Mangel an Selen kann zu verschiedenen gesundheitlichen Problemen führen, da dieses Spurenelement in zahlreichen Stoffwechselprozessen eine Rolle spielt. Zu den Mangelerscheinungen gehören:
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Muskelschwäche: Ein Selenmangel kann zu einer Beeinträchtigung der Muskelkraft und Muskelfunktion führen, was sich in Müdigkeit und Schwäche äussern kann.
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Kognitive Beeinträchtigung: Eine ausreichende Selenversorgung ist wichtig für die Funktion des Gehirns. Ein Mangel kann sich in kognitiven Beeinträchtigungen wie Konzentrationsproblemen und Gedächtnisstörungen äussern.
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Störungen der Schilddrüsenfunktion: Da Selen für die Schilddrüsenhormonproduktion und -regulierung wichtig ist, kann ein Mangel zu Schilddrüsenproblemen wie einer verminderten Hormonproduktion (Hypothyreose) führen.
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Verminderte Immunfunktion: Ein Mangel an Selen kann das Immunsystem schwächen und die Anfälligkeit für Infektionen erhöhen.
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Kardiometabolische Probleme: Ein Selenmangel wurde mit einem erhöhten Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen und Stoffwechselstörungen in Verbindung gebracht.
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Beeinträchtigte Fortpflanzungsfähigkeit: Selen spielt eine wichtige Rolle bei der Reproduktion, und ein Mangel kann die Fruchtbarkeit beeinträchtigen.
Mangelerscheinungen und Nebenwirkungen
Nebenwirkungen einer übermässigen Selenzufuhr können auftreten, wenn die täglich tolerierbare Aufnahmemenge (Tolerable Upper Intake Level, UL) von 400 µg überschritten wird. Symptome einer Selenüberdosierung, auch Selenose genannt, können sein:
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Übelkeit und Erbrechen
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Haarausfall und brüchige Nägel
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Müdigkeit und Schläfrigkeit
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Hautveränderungen, wie Rötungen oder Ausschläge
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Veränderungen des Geschmacksempfindens
Die Verträglichkeit von Selen ist in der Regel gut, solange die empfohlene Tagesdosis nicht überschritten wird. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass die optimale Selenzufuhr von individuellen Faktoren abhängen kann, wie etwa dem Gesundheitszustand, Alter und der Ernährungsgewohnheiten.
Selen ist ein essentieller Mikronährstoff ist, der in vielen natürlichen Lebensmitteln vorkommt und eine wichtige Rolle für die Gesundheit und das Wohlbefinden des Menschen spielt. Die ausreichende Zufuhr von Selen durch eine ausgewogene Ernährung ist entscheidend, um Mangelerscheinungen zu vermeiden und die zahlreichen positiven Auswirkungen dieses Spurenelements auf den menschlichen Organismus zu nutzen. Bei Fragen oder Unsicherheiten bezüglich des Selenbedarfs oder etwaiger Nahrungsergänzungsmittel sollte immer eine qualifizierte Fachperson konsultiert werden.
Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Wenn Sie Beschwerden verspüren, wenden Sie sich bitte an eine medizinische Fachperson. Bei Fragen oder Anregungen sind wir gern für Sie da:
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